
Rhein-Zeitung vom 16.11.2011
Pressebericht "Fußgängerzone: Radfahrer müssen Polizei fürchten"
Rhein-Zeitung vom 16.11.2011
Leserbrief, RZ vom 11.10.2011
Radler in der City ärgern die Senioren
Ich kann Herrn Alisch nur zustimmen. Das verantwortungslose Verhalten einiger Radfahrer in der Fußgängerzone und auf Bürgersteigen in der Innenstadt ist beängstigend und kann nicht länger hingenommen werden. Beim Verlassen des Hauses und Betreten des Bürgersteiges wurde ich schon mehrfach fast angefahren. Letzten Samstag wich ich einem Radfahrer auf dem Bürgersteig in der Langendorfer Str. zwischen Markt- und Pfarrstraße wohl nicht schnell genug aus. Die Folge: Ich wurde massiv angepöbelt.
Insofern ist der Titel Ihres Artikels nicht ganz korrekt. Er müsste lauten “Radler in der City gefährden die Fußgänger“.
Erschüttert hat mich die Feststellung des Ersten Polizeihauptkommisars Engel. Dass wir es hier mit einem „Massenproblem“ zu tun haben, ist wohl offensichtlich und kann von mir ohne Einschränkung bestätigt werden. Mit der Feststellung, man werde dieses Problems nicht Herr, hat er meines Erachtens einen polizeilichen Offenbarungseid geleistet. Mit welchem „Massenproblem“ werden wir in Neuwied morgen, mit welchem übermorgen konfrontiert? Werden dann ebenfalls die Hände in den Schoß gelegt und eine Verschlimmerung in Kauf genommen? Es stellt sich mir die Frage, wie Herr Engel die ihm übertragene Aufgabe sieht und wie er seinem polizeilichen Auftrag gerecht werden will.
Herr Engel geht fehl mit seiner Vermutung, die Beamten seiner mobilen Wache würden Personen in der Fußgängerzone vom Rad holen, verwarnen und Bußgelder verhängen. Nach Feststellung von Augenzeugen interessierten sich diese Beamten nicht für Radfahrer, sie sahen einfach weg.
Zur Lösung des Problems ist ebenfalls Herr Oberbürgermeister Nikolaus Roth gefordert. In anderen Städten wird es bereits praktiziert: Dort gehen Doppelstreifen - bestehend aus Ordnungsamt und Polizei - durch die Innenstädte und verhängen bei Verstößen entsprechende Bußgelder. Diese Vorgehensweise hat Wirkung gezeigt; sie bietet sich ohne Zweifel auch für Neuwied an.
Michael Ohlenschlager, Neuwied
Rhein-Zeitung vom 11.10.2011 / Ausgabe Neuwied
