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15.09.2017, 19:41 Uhr | RZ Kreis Neuwied vom Freitag, 15. September 2017, Ulf Steffenfauseweh
OB-Kandidaten stoßen auf riesiges Interesse
Wahl Großer Andrang bei Podiumsdiskussion – Inhaltlich keine neuen Aufreger
Die Haupterkenntnis der ersten und einzigen öffentlichen Podiumsdiskussion der vier Neuwieder Oberbürgermeister-Kandidaten stand schon zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung fest: Die Demokratie lebt, die Neuwieder haben Lust auf Politik und speziell diese Wahl. Sie wollen sich aus erster Hand informieren, wer ihr künftiger Stadtchef wird. Denn schon zu diesem Zeitpunkt platzte der Pfarrsaal von St. Matthias aus allen Nähten.
Neuwied - Rund 80 Plätze hatten die Veranstalter von Kolping, kfd und KAB gestellt, weit mehr als doppelt so viele Interessierte wollten zuhören. Und das waren längst nicht nur „die üblichen Verdächtigen“ aus den Parteien oder ihrem Umfeld. Zusätzliche Stühle wurden in den Raum getragen, die Fensterbänke besetzt. Menschen standen entlang der Wände und sogar im Flur vor der geöffneten Tür.

Etliche gingen allerdings ob des Platzmangels auch wieder weniger gut gelaunt nach Hause. „Es war für diesen Tag leider kein anderer Raum zu bekommen“, entschuldigte sich Organisator Werner Hammes und bat um Nachsicht. Einige Unmutsbekundungen aus dem Publikum musste er dennoch hinnehmen. Und als dann nicht nur die Luft im Raum zum Schneiden war, sondern anfänglich auch die Lautsprecheranlage nicht so funktionierte, dass alle Zuhörer die Kandidaten verstehen konnten, war die Stimmung im Saal durchaus gereizt. Doch das legte sich wieder, als die Veranstaltung dann einmal begonnen hatte.

Denn inhaltlich fehlten die großen Aufreger – was allerdings auch an der, grundsätzlich sehr souveränen, Diskussionsleitung lag, die die Kandidaten nicht miteinander konfrontierte und streiten ließ. Die Bewerber durften vielmehr zu einem ganzen Bündel an Themen immer reihum ihre Positionen vortragen. Und weil – wie auch zehn Tage vor der Wahl kaum anders zu erwarten – keiner der Kandidaten mit einem gänzlich neuen Vorstoß aus der Deckung kam, blieb eine leidenschaftliche Debatte aus. Sachlichkeit war Trumpf. Auch bei den Fragen der Bürger, für die zum Schluss (nur) noch 30 Minuten Zeit war, kam es nicht mehr zu großen Kontroversen.

Aufhorchen ließ dabei noch am ehesten Jan Einig (CDU). Konfrontiert mit der Frage, warum die nun als so dringend erkannte Erweiterung des Gewerbegebietes Distelfeld nicht schon lange angegangen worden ist, antwortete der Bürgermeister, dass in der Verwaltung nur zwei Mitarbeiter mit Liegenschaften betraut sind. „Da müssen wir nachbessern“, forderte er. An anderer Stelle hatte er sich schon dafür ausgesprochen, die städtische Wirtschaftsförderung aufzustocken und einen Ehrenamtsbetreuer im Rathaus zu installieren. Darüber hinaus würde Einig als OB neue Baugebiete ausweisen und sich dafür einsetzen, dass in der Mittelstraße wieder mehr Menschen wohnen. Das verbessere auch die Sicherheit.

In letzterem Punkt war er sich mit Ulrich Adams einig, der jedoch insgesamt vor allem die Innenentwicklung im Blick hat. Bei 1130 Baulücken in der Innenstadt würde er ein Kataster aufbauen wollen, um die Eigentümer ansprechen zu können. Das galt für ihn umso mehr mit Blick auf den Leerstand in der Fußgängerzone. „Als Oberbürgermeister hätte ich in fünf Jahren mit jedem Immobilienbesitzer gesprochen“, versprach er. Als seinen Schwerpunkt stellte er allerdings erneut die Schaffung von Arbeitsplätzen, vor allem im verarbeitenden Gewerbe, heraus und wiederholte die Selbstbezeichnung, dass er ein „Arbeitsplatzfetischist“ sei.

Michael Mang (SPD) kritisierte den Investitionsstau bei Infrastrukturprojekten und sprach sich ebenfalls für eine Stärkung der Verwaltung aus. „Wir haben zu lange gespart und ausgesourct. Solche Leute müssen wir wieder hereinholen“, forderte er. Der Beigeordnete betonte außerdem, den sozialen Wohnungsbau forcieren zu wollen. „Da müssen wir mit der GSG vorangehen“, sagte er. Hochpreisige Projekte funktionierten von alleine. Bezüglich der Fußgängerzone sprach er sich für eine Konzentration auf Mittelstraße und Langendorfer Straße aus.

Paul Peter Baum (FDP) schließlich versprach „neue Ideen“. Als Beispiel nannte er dafür den von ihm in der Vergangenheit schon ins Leben gerufenen Erdmännchentag im Zoo. Grundsätzlich wolle er für die Bürger immer ansprechbar sein und Ideen von Anfang an mit ihnen gemeinsam entwickeln.

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